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Fremdbetreuung – ist doch klar, oder was?!! 

Immer häufiger komme ich in die Situation mich rechtfertigen zu müssen, weil mein Kind erst mit 3 Jahren in den Kindergarten geht. Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, vor allem aber ist es vielen auch gar nicht möglich. Das verstehe ich. Mein Mann und ich haben uns jedoch bewusst dafür entschieden. Wir sind beide selbständig und koordinieren unsere Termine so, dass immer einer für die Kinder da ist. Ansonsten springen die Großeltern ein. Der Wunsch, unsere Kinder die ersten 3 Jahre ausschließlich selbst zu betreuen, kam von uns beiden.

Wir wollen so viel wie möglich mit unseren Kindern erleben, Entwicklungsschritte aus nächster Nähe beobachten und sie im Kreis ihrer Familie wachsen sehen. Damit möchte ich nicht sagen, das dies durch eine Fremdbetreuung nicht möglich wäre. Aber es ist anders. Meine Tochter wird nächste Woche 3 Jahre alt. Ab nächsten Monat wird sie einen Kindergarten besuchen. Sie freut sich riesig. Ich freue mich riesig und der Papa auch. Denn sie weiß und versteht nun, was da kommt. Sie spricht viel. Vor allem darüber, was sie möchte und was sie ganz und gar nicht möchte. Ich selber hatte mir immer erhofft, das mein Kind sich mitteilen kann, sobald Fremdbetreuung ein Thema wird. Das kann sie. Oh ja.. Laut und deutlich.

Für uns geht quasi eine Ära zu Ende. 3 Jahre lang war sie von früh bis spät bei uns. Jedes Lachen, jeder Schritt, jedes Wort und jede Träne wurde von uns begleitet. Es wäre gelogen, wenn ich sage, es war alles love, peace & harmony. Ganz im Gegenteil. Was haben wir mit unserem Widder-Hitzkopf-Mädchen alles durchgemacht. Mir kommen Tränen vor Lachen und auch vor Verzweiflung. Diese 3 Jahre waren die intensivsten Jahre meines bisherigen Lebens. Nun werden sie andere Menschen einen großen Teil des Tages an die Hand nehmen und ihr die Welt ein Stückchen näher bringen. Großartig! Neue Herausforderungen und neue Eindrücke. Jedoch denke ich nicht, dass sie etwas verpasst hat oder sozial nicht genauso kompatibel ist, wie andere häufig der Meinung sind.

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Was musste ich mir alles schon anhören. Wahnsinn.

Sie braucht doch den Kontakt zu anderen Kindern. Sonst könnte sie später sozial auffällig sein.

So wird sie sich nie von euch lösen können.

Ihr erzieht ein emotionales Weichei. Sie muss auch mal ohne euch klar kommen.

Die wird euch so richtig auf der Nase herumtanzen, du wirst schon sehen was du davon hast.

Ihr könnt sie doch gar nicht richtig fördern. Im Kindergarten lernt sie so viel mehr.

whoa, whoa, whoa……. Da kommt mir manchmal ganz schön was entgegen geprallt. Erst ein mal danke für die vielen Meinungen, nach denen ich gar nicht gefragt habe.

Das ist das Ziel einer Fremdbetreuung? – Ich glaube (hoffe) ja wohl nicht.

Nehme ich all diese Aussagen auseinander, dann wird mir ganz schlecht. Ist es in euren Augen etwa das Ziel, eure Kinder zu abgehärteten, gesellschaftskompatiblen Menschen zu machen, die so früh wie möglich lernen müssen, alleine auf dieser Welt klar zu kommen? So hört es sich manchmal für mich an. Das wäre ganz schön traurig. Sehr traurig. Einheitsbrei haben wir genug auf dieser Welt.

Ich möchte euch mal was sagen. Zuallererst wisst ihr nicht, was unser Kind den ganzen Tag macht und mit wem es tatsächlich die Zeit verbringt. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut alle bescheid zu wissen scheinen über unseren Tagesablauf.

Unsere Tochter hat durch eine Eltern-Kind-Gruppe so viele Kinderkontakte und Freundschaften geschlossen, dass mir manchmal ganz schwindelig wird. Wenn wir Lust darauf haben, können wir da 5 Tage die Woche hingehen. Es ist ein KiTa-ähnliches Konzept, bei dem die Eltern den Tagesablauf begleiten und mitgestalten. Sie ist also sicherlich nicht sozial verwahrlost. Weiterhin muss meine Tochter nicht ohne mich klar kommen müssen. Sie wird gerade erst 3 Jahre alt. Wieso sollte sie das können müssen? Dafür gibt es keine Begründung. Noch sind wir Zentrum ihres Universums und die Zeit, wo sie sich immer weiter von uns abnabelt wird früh genug da sein. Für mich tut sie das jetzt schon viel zu schnell.

Denn unglaublich, aber wahr – Sie entwickelt sich ganz wunderbar

Und zwar zu einem selbstbewussten jungen Mädchen, welches klar ihre eigene Meinung und Wünsche äußert und zielstrebig und eigenständig ihren Interessen folgt. Wir können sie zu Hause nicht genug fördern? Ich bin ein Verfechter davon, dass uns das Leben an sich am meisten lehrt. Die Kinder folgen unserem Beispiel. Sie schauen sich unsere Lebensweisen an und manchmal auch ab. Ich versuche ihr also stets ein Vorbild zu sein, was mir sicherlich häufig auch mal nicht gelingt. Zusammen jedoch entdecken wir das Leben und erleben unendlich viele Dinge. Sie beobachtet wie ich in verschieden Situationen reagiere, fragt nach und hört niemals auf wissbegierig zu sein. Im Kindergarten tut sie das auch – Ob sie dort deshalb nun besser gefördert wird als bei uns zu Hause und ihren Lieben, wage ich zu bezweifeln.

All das denke ich sind wunderbare Voraussetzungen, um in den Kindergarten-Alltag zu starten. Hätte sie dort früher hingemusst, weil es uns anders nicht möglich gewesen wäre, dann hätten wir damit auch gut leben können. Ich würde mich jedoch immer wieder dafür entscheiden und auch unsere nun 1-jährige Tochter wird mindestens 2 Jahre zu Hause betreut werden. Vielleicht auch 3 Jahre. Je nachdem, ob sie ihrer großen Schwester schneller folgen möchte oder nicht.

Wie gesagt, es ist jedem selbst überlassen und jeder muss sich seinen Lebenssituationen entsprechend entscheiden. Ich bin wahrlich keine Heilige und oft auch mal Vorschnell in Schlussfolgerungen. Es ist aber sehr überraschend mich immer häufiger dafür rechtfertigen zu müssen, meine Tochter nicht schon längst abgegeben zu habenEigentlich dachte ich, viele Mamas würden sich für mich freuen, dass wir diese Möglichkeit so intensiv nutzen können. Es ist ein Modell, welches für uns prima funktioniert. So wie es für euch mit dem Kindergarten vielleicht super läuft. Gewählt oder nicht gewählt. Wenn es für alle funktioniert, ist es doch wunderbar.

Bitte bemitleidet oder rügt uns also nicht mehr dafür, unsere Kinder fast immer 24/7 um uns herum zu haben. Sie entwickeln sich ganz prächtig denke ich und sind schneller weg als wir gucken können. Ab Mai wird sie nun ein Kindergartenkind sein und ich bin schon ganz aufgeregt und voller Vorfreude. Mensch Mama…. 🙂

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Wie läuft es bei euch und wie seht ihr eigentlich das Ganze? Sind eure Kleinkinder auch noch zu Hause? Oder musstet ihr sie eventuell ungewollt in eine Fremdbetreuung geben, da ihr eurem Arbeitsverhältnis nachkommen musstest? Vielleicht ist es auch einfach euer Wunsch das Kind früh in eine Betreuung zu geben, um mehr Freiheiten zurückzugewinnen und mehr zu schaffen. Ihr habt mein totales Verständnis. Es interessiert mich sehr.

 

Alles Liebe,

eure Christina

 

 

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Wieso ich mich immer häufiger dafür rechtfertigen muss, immer noch keine Fremdbetreuung für meine fast 3-jährige Tochter in Anspruch zu nehmen

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2 Gedanken zu „Wieso ich mich immer häufiger dafür rechtfertigen muss, immer noch keine Fremdbetreuung für meine fast 3-jährige Tochter in Anspruch zu nehmen

  1. Ich hatte alle meine Kinder bis drei Jahre zu Hause!ICH wollte die ersten Worte hören,die ersten Schritte wollte ich sehen und ihnen so lange wie möglich die Möglichkeit geben auszuschlafen,mit ihnen frühstücken ehe dann die ganze Hektik mit dem Kindergarten beginnt!Es war eine schöne Zeit und ich würde es immer wieder so machen😍

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