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Vorurteile-Dinge-Die-Ich-Über-Mütter-Dachte

Vorab schon Schande über mein nun selbst mütterliches Haupt!

 

Letztens stand ich mal wieder in der Schlange eines Supermarkts mit meinen beiden Mädels. Die eine gluckste glücklich in ihrer Autoschale, die ich auf dem Einkaufswagen befestigt hatte, die Andere kniete schon wieder vor den verdammten Ü-Eiern, obwohl wir nun vorne bei der Kassiererin angekommen waren. Ich rief, vollen Wissens, dass ich alleine mit diesem Satz einen Trotz-Shitstorm lostreten würde:

„Süsse, du durftest dir schon einen Joghurt aussuchen. Wir haben abgemacht EINE Sache. Kommst du bitte, wir sind dran . . .“

Die Kinder schreien im Supermarkt – Die Mutter hat in der Erziehung versagt

Sie hielt kurz inne und ich wusste sie würde sowieso nicht kommen. Ihr Gesicht fing unkontrolliert an zu zucken und sie versuchte ihren ersten Satz in ihrer aufkommenden Wut zu formulieren. Bevor das erste Wort aus ihr raus war, ließ sie sich hollywoodreif auf den Boden gleiten und fing an zu schreien. Sie brauche das Ü-Ei, aber Mamaaaa, ich will aber, aber doch, aber, aber, aber….

Lange Rede kurzer Sinn.. Ich drängelte mich durch die nun immer länger werdende Schlange und die abgenervten Blicke der anderen zu ihr durch, schnappte sie mir ohne ihr vorher pädagogisch wertvoll zu erklären, wieso sie das jetzt nicht haben kann und kämpfte mich zurück zur Kassiererin. Dabei hagelte es Tritte, ein paar Hiebe auf meinen Rücken, begleitet von ohrenbetäubendem Geschrei. Die Kassiererin hatte den kompletten Einkauf natürlich schon durchgezogen, wartete auch sichtlich entnervt. Das obligatorische Kopfschütteln des einen oder anderen habe ich bei meiner kriegerischen Aktion natürlich zur Kenntnis genommen. Mittlerweile gluckste Madame No. 2 auch nicht mehr glücklich, sondern stimmte mit ihrer großen Schwester ein hysterisches Konzert an. Während ich endlich bezahlte, murmelte eine junge Frau in ungefähr meinem Alter zu ihrem Freund:

„Die musste ja so früh gleich zwei Kinder kriegen. Die kommt ja nicht mal mit einem klar. Assi.“

Sozialschmarotzer – Schneller als man denkt. Eine junge Mutter mit mehr als einem Kind? Weshalb sollte man heutzutage sonst auch mehrere zur Welt bringen? Des Geldes wegen, ganz eindeutig oder?

Ich wollte mich umdrehen und sie in meiner Verzweiflung anschreien. Um einen kleinen Funken Verständnis bitten. Ich war so sauer, dass zur Zeit jeder Einkauf so ablief und machte mich selbst schon fertig genug. Vor Wut hätte ich am Liebsten geheult. Ich dachte mir nur, dass die Trulla froh sein kann, dass sie ein paar Tage zuvor nicht dabei war, wo sich die Große liegend auf dem Boden im Kassenbereich verkeilte, so dass alle über sie drüber steigen mussten.

Natürlich sagte ich nichts. Es war mir schon peinlich genug. Anderen in solchen Situationen zu erklären, wieso die Große zur Zeit so ist und das gar nicht so ungewöhnlich sei ….. ja … also nein. Schon probiert. Das ist wie in ein Alligatorenbecken zu springen. Keine Chance.

Mittlerweile bin ich deutlich entspannter. So lange es ’nur‘ ein Ausraster an der Supermarktkasse ist, kann ich mich schon glücklich schätzen. Denn ja, mein großes, zuckersüßes Mädchen in der Blüte ihrer Wut -und Trotzphase hat mit der Zeit noch ganz andere Sachen auf Lager, um Mama aus der Fassung zu bringen.

Verständnislosigkeit und Vorurteile Müttern mit Kindern gegenüber, sobald sie sich nicht der Gesellschaftsnorm entsprechend verhalten, ist wohl an der Tagesordnung.

Was das wirklich Schlimme daran ist?! Diese junge Frau, die so nett meine Lebensentscheidungen und diese Momentaufnahme im Supermarkt als Assi analysierte. Das hätte auch ich sein können, bevor ich selbst Mutter wurde.

Zwar habe ich viele Dinge nur still für mich gedacht, jedoch macht es das kein bisschen besser. Schande, Schande, Schande…

Hier die TOP 5 der Vorurteile, die ich gegenüber Müttern hegte, bevor ich selbst Eine wurde. Bitte steinigt mich nicht!! Ich wusste es nicht besser, dachte jedoch ich wüsste wie der Hase läuft.

Allen Müttern denen ich gedanklich oder mit Blicken unrecht getan habe, es tut mir leid. Ich büße dafür heute noch, indem ich den Spießrutenlauf nun selbst durchlaufe.

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List of shame – Vorurteile: 5 Dinge, die ich über Mütter dachte, bevor ich selbst Eine wurde


 

1. Wow, was ist denn das für ein Chaos hier? Sie hätte wenigstens ein bisschen aufräumen können, bevor wir zu Besuch kommen. Schließlich ist sie doch den ganzen Tag zu Hause. 

→ Ich hatte keine Ahnung. Respekt an alle Mütter, die kurz nach der Geburt überhaupt Besuch empfangen und die Muße haben sich die Alltagsprobleme anderer anzuhören.

2. Ist das ihr ernst? Jetzt kauft sie diesem nervenden Balg das Überraschungsei, nur damit es ruhig ist? Das Kind wird für sein Verhalten auch noch belohnt, jemand sollte der Mutter mal einen Erziehungsratgeber schenken. Ich wäre da konsequenter.

→ Lies meine Supermarkterfahrung oben. Wer hätte gedacht, dass ich genau das Selbe mache? Nicht nur ein mal. Zwar habe ich in der oben genannten Situation nicht dem Wunsch eines Ü-Ei’s nachgegeben, jedoch die anderen 100 Male zuvor. Mindestens.

3.  Oh mein Gott, alle 3 Kinder schreien hier rum und sie sagt einfach gar nichts dazu. Merkt sie nicht wie das nervt? 

→ Da saß ich in einem Backshop und habe mich schnell hingesetzt, um einen Kaffee zu trinken. Leute… ich saß da seelenruhig, trank meinen Kaffee und regte mich über diese Frau auf, die ihre 3 Kinder nicht versuchte ruhig zu stellen. Das waren vielleicht 2 Minuten meines Lebens. Und ich war genervt. Wie ging es wohl ihr? 3 KINDER. Heute würde ich zu ihr gehen, mich verneigen und ihr einen Orden dafür verleihen, dass sie einen kühlen Kopf bewahrt hat und keins der Kinder gegen die Wand geklatscht hat, weil sie es selbst nicht mehr aushält. Daran habe ich früher nie gedacht. Das die Mama, die da gerade steht eventuell selber kurz vor einem akuten Nervenzusammenbruch steht und sich mit letzter Kraft zusammenreißt. AMEN Schwester!

4. Sie hat ein Kind, na und? Deswegen verändert sich doch nicht das ganze Leben.

→ Hahahaha.. Ja, ich dachte alles geht wie gehabt weiter. Das Kind passt sich meinem/unserem Leben an und gut is. Keine Frage, dein Leben geht weiter. Aber es ändert sich einfach alles. Alleine jede Entscheidung, die du fortan triffst, triffst du nun mit diesem neuen Erdenbürger im Hinterkopf.

5. Sie heult sich gerade 5 Minuten am Telefon bei mir darüber aus, wie sehr sie von ihrem Kind genervt ist. Hallo? Sowas sagt man doch nicht als Mutter! Sie wusste doch worauf sie sich einlässt

→ Das ist mein persönlicher Schmankerl. Du wusstest doch vorher, was dich erwartet!!! Oh wow… wenn ich jetzt eins weiß, ist es das ich gar nichts darüber wusste, wie es mit einem Kind wirklich wird. Und das ist auch gut so. Es ist wunderschön, einfach unglaublich und ich würde es nie rückgängig machen wollen. Aber es ist auch unglaublich kräftezehrend und nervenraubend. Manchmal würde ich sie einfach gerne dem Exorzisten übergeben, oder habe Kopfkino vom Feinsten. Das muss auch mal gesagt werden dürfen, ohne dafür verurteilt zu werden. Am Ende bin ich auch nur Mensch. Und nun auch Mutter 🙂

 

Das Ende vom Lied – Hinterher ist man immer schlauer

Zu denken, man kenne die Hintergründe hinter all diesen Geschichten und wisse es sogar besser. Das geht ganz schnell und vielen so. Nicht nur beim Thema Mama&Kinder. Ich habe mir so oft meinen Teil gedacht, bevor ich selbst Mutter wurde und stehe jeden Tag vor einer Herausforderung, für die ich als Nicht-Mama sicher schon wieder eine Antwort parat gehabt hätte.

Wenn ihr das nächste Mal eine Mama seht, dessen Kind im Winter mit Sonnenbrille und kurzer Hose rumläuft, sie zusammen vor dem Gemüseregal stehen und mit Gurken sprechen, alle 10 Kinderfinger mit knallbunten Pflastern beklebt sind, oder Mutter und Kind beide schlafend in dem Auto sitzen neben dem ihr gerade eingeparkt habt – Dann ist das halt so. Es wird sicher seine Gründe haben, verurteilt sie nicht einfach. Wer weiß, ob du ein mal den 10 minütigen Powernap deines Kindes selbst nutzt, um Kräfte für die nächste Mission Mama zu tanken  🙂

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VORURTEILE – 5 Dinge, die ich über Mütter dachte, bevor ich selbst Eine wurde

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20 Gedanken zu „VORURTEILE – 5 Dinge, die ich über Mütter dachte, bevor ich selbst Eine wurde

  1. Hach herrlich! Einmal weil ich dir von Herzen voll und ganz zustimme und andererseits, weil ich dich beim Lesen höre und sehe!
    Wie schön, dass die „Ich werde nie Mama!“-Frau es trotz aller Strapazen und nun doch so sehr genießt!
    Miss U!

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