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Tja, es war kurzfristig etwas ruhiger hier. Viel hat sich verändert, viel ist passiert. Das Schreiben rückte in den Hintergrund, da andere Dinge einfach zu viel Raum eingenommen haben in unserem Familienleben. Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass dies viele kennen und durchaus zwei Augen zukneifen können. Danke ihr Lieben!

Eine der größten Veränderungen für uns ist, dass unsere ‚große‘ Tochter nun in den Kindergarten geht. Für uns schon so ein little-BIG-deal, wenn ihr versteht. Sie war nun mal von Geburt an bis zu ihrem dritten Lebensjahr in unserer Obhut. Im April feierte sie ihren dritten Geburtstag und Anfang Mai startete sie mit der Kita Eingewöhnung. Also wir 🙂 Aber dazu komme ich jetzt..

Wie lief das nun ab, die Kita Eingewöhnung?

Da mein Mädchen ja mit drei Jahren nun auch kein Krippenkind mehr ist, startete sie gleich mit einem normalen Kita Teilzeitplatz. Hier in unserem direkten und hübschen Vorort von Berlin, man nennt es auch schon Brandenburg, da bedeutet Teilzeitplatz gleich 6 Stunden Betreuungszeit. Ganz schön ordentlich. Also wird meine Große unter der Woche quasi noch die Nachmittage mit uns verbringen. Die Lütte bleibt noch bei mir daheim, sie soll geplant nächstes Jahr mit 2,5 Jahren in die selbe Kita. Bis jetzt denke ich, dass dies ein super Plan ist. Denn ich könnte glücklicher nicht sein.

Was? Wie? Wirklich jetzt? Ja, ja und nochmals ja. Mit der ersten Kita, die wir fußläufig in 5 Minuten erreichen und unsere Wunsch Kita war, haben wir einen absoluten Traumfang gemacht. Ich hatte etwas Bammel vor der Eingewöhnung. Eigentlich war ich mir schon sicher, dass sie da auch absolut hin möchte und es keine großen Schwierigkeiten geben wird, aber man weiß ja nie.

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Die Eingewöhnung sollte nach dem Berliner Modell ablaufen

Dabei ist die Rede von einem Konzept, die die elternbegleitete Eingewöhnung in den Kindergartenalltag unterstützt. Nach diesem Modell soll langsam Vertrauen aufgebaut werden und der Einstieg somit so schonend und stressfrei wie möglich. Individuell wird da geschaut, wieviel Zeit am Ende wirklich benötigt wird.

Wir starteten also im Mai und sollten um 9.00 Uhr da sein. Meine Große stolz wie Bolle und ging in die Einrichtung, als ob sie es schon ihr ganzes Leben tut. Ihre Bezugserzieherin stand schon da, ging sofort in die Knie und begrüßte sie herzlich auf Augenhöhe. Daraufhin quietschte sie richtig vor Freude und war sichtlich aufgeregt. Positiv aufgeregt. Sie legte ihre Sachen in der Garderobe ab und gemeinsam gingen wir in die Räumlichkeiten ihrer Gruppe. Ich zog mich sofort in eine Ecke zurück und war von diesem Zeitpunkt nur noch stille Beobachterin.

Selbstbewusst erkundete sie den Raum mit der Erzieherin, nahm auch vertrauensvoll ihre Hand und wurde den Kindern vorgestellt. Ihre Gruppe ist eine altershomogene Gruppe, die aus 3-4-jährigen besteht. Zu diesem Zeitpunkt waren es mit ihr zusammen 9 Kinder. Dazu kam die besagte Bezugserzieherin und eine zweite Erzieherin, die auch jeden Tag die Gruppe begleitet. Für mich ist sie genauso wichtig, wie die Bezugserzieherin. Beide sind ein tolles Team, es ist sehr harmonisch und familiär. Kurz nach unserem Eintreffen begann die Gruppe mit einem liebevollen Morgenkreis. Es wurde ein Lied zur Begrüßung gesungen, ein kleines Spiel gespielt und dann ging es zur gemeinsamen Obstpause.

Mein Mädchen mischte sich unter das Geschehen, sichtlich erfreut über die neue Situation. Sie setzte sich sofort mit an den Tisch und war Feuer und Flamme für eine Obstpause. Hier drehte sie sich mit einem breiten Grinsen zu mir um, welches mich total zum Lachen brachte. Ich freute mich so sehr, ich war kurz davor loszuheulen. Leute, das ist so emotional. Für mich jedenfalls. Oder weil es mein erstes Kind ist. Ich hätte jedenfalls die ganze Welt umarmen können. Auch die Erzieherin gab mir mit Blicken zu verstehen, dass es einfach super läuft.

Sie quatschte fröhlich mit den anderen Kindern, hörte aber auch viel zu und beobachtete mit glänzenden Augen. Sie nahm alles auf wie ein Schwamm. Mitten in der Obstpause sprach sie die Erzieherin direkt mit ihrem Vornamen an und fragte: „Du sag mal, wann gehen wir denn endlich draußen spielen?“ Die Erzieherin prustete vor Lachen. Diese freche Quarktasche ist gerade mal eine knappe Stunde da und stellt schon Ansprüche. Zu ihrer Verteidigung, der Außenbereich mit Spielplatz ist auch zu verlockend 😉

Alle gingen schon aufs Klo, meine trug noch eine Windel. Peinlich?!

Nachdem die Obstpause beendet war, gingen also alle Kiddis noch einmal auf Toilette, um anschließend draußen zu spielen. Uuups.. eeehm ja… Meine nicht, die trug bis dato nämlich noch eine Windel. Sie konnte wunderbar zu Hause trocken bleiben, wenn man die Windel abnahm. Wenn sie dann aber mal was loswerden musste, machte sie sich die Windel um und erledigte alles. Sie sagte auch ganz klar, sie habe keine Lust auf Klo oder Topf. Joa, wenn sich dieser Widder-Dickschädel das so in den Kopf gesetzt hat, dann kann ich da auch nicht gegen ankommen. Vor allem, wenn sie merkt, dass ich es so gerne will. Dann wird erst recht auf stur geschaltet.

Einer der Jungs aus ihrer Gruppe sah ihre Windel durchblitzen und rief kurzerhand die ganze Gruppe zusammen. Er sagte ganz laut : „Schaaaaaut mal, sie trägt ja noch eine Windel!“ Und alle kicherten. Es tat mir total leid für sie. So sind Kinder eben. Ehrlich. Und dort war es eben schon unüblich eine Windel zu tragen. Ich dachte meine Große wäre nun betrübt, oder würde sogar weinen. Sie entgegnete ihm aber ganz trocken und stolz, dass sie darüber aber schon einen pinken Schlüppi trägt. Sorry, aber ich fand das so GEIL! Das sie sich da gar nicht beeindrucken lässt oder eingeschüchtert ist. Das ist eben das Wundervolle in der Kinderwelt. Sie fassen nicht wie wir Erwachsenen (fast) alles als Beleidigung oder als persönlichen Angriff auf. Es war eben eine Feststellung und sie fand es nicht schlimm.

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Ich bin so eine Mama Pussi

Also gingen sie alle zusammen nach draußen. Ich weiterhin im Hintergrund und verkrümelte mich auf eine Bank an der Seite. Sie bespielte alle Geräte, quatschte mal hier und mal da. Sie lief auch immer wieder an mir vorbei und zwinkerte mir zu. Mehr so als ob sie MIR versichern wolle, dass es ihr auch wirklich gut gehe. Ich bin hier wohl das schwache Glied der Kette. Ist sie doch mein erstes Kind und auch ist es meine erste Kita Eingewöhnung. Mir fiel es wohl schwerer als ihr loszulassen. Denn ist es nicht genau das, was wir hier tun? Loslassen? Ja, und zwar ein großes Stück wie ich denke.

Emotionen mal beiseite geschoben, weiter im Text. Es war mittlerweile kurz vor 11.00 Uhr. Abgemacht war, wir würden heute gehen, sobald das Mittagessen käme und am nächsten Tag wieder um 9.00 Uhr starten. Die Kinder wurden von ihrer Erzieherin 10 Minuten vor dem Reingehen schon einmal vorbereitet, dass es gleich Mittag gebe. Meine Große stand da nur einen Sprung von der Erzieherin entfernt und fragte sie prompt, wie soll es auch anders sein, ob sie mitessen dürfe. Natürlich entgegnete sie ihr positiv, dass es alle sehr freuen würde. Gesagt, getan! Ich wurde gebeten nun vor dem Gruppenraum Platz zu nehmen, damit alle Kinder ungestört essen können. Wenn meine kleine Raupe Nimmersatt zu mir wolle, dann kann ich natürlich wieder reinkommen. Ich hörte während des Essens durch die Tür hindurch, dass sie absichernd nachhakte wo ihre Mama ist. Nachdem ihre Erzieherin ihr versicherte, dass die Mama direkt vor der Tür wartet, wurde entspannt weitergegessen. Es war ihr also schon noch ein Bedürfnis zu wissen, dass da jemand ist. Jemand Vertrautes, der im Hintergrund alles überwacht 😉

Ihr könnt es ahnen. Ich sah sie erst nach dem Mittag wieder, den Mund voller Tomatensoße und ein Grinsen, das seinesgleichen suchte. Mein Herz explodierte vor Freude. Für sie und für mich. Die Erzieherin nahm sie sich noch mal zu einem Gespräch beiseite, ganz allein. Das fand sie natürlich ganz toll, es fühlte sich so wichtig an, wenn jemand mit ihr alleine sprechen möchte. Eben eine ganz Große. Sie beiden klatschten ein, dass sie morgen wiederkommen würde und umarmten sich.. Ich war sprachlos. Meine Tochter, die in ihrem ersten Lebensjahr nur schrie, die fast nie fremde Personen anlächelte, mein Mädchen, das zu niemandem auf den Arm wollte. Meine Erstgeborene, die sich in den vergangenen zwei Jahren zu so einem tollen Mädchen entwickelt hat und selbstbewusst ihr eigenes Leben managed.

Kita Eingewöhnung Abschluss – Abschluss? Jetzt schon?

Am nächsten Morgen kamen wir wie vereinbart wieder zur selben Zeit in die Kita. Sie flitzte sofort in die Garderobe vor, zog sich ihre Sachen aus und rannte zu ihrem Gruppenraum. Wie üblich, nahm die Erzieherin dort jedes Kind persönlich in Empfang, so auch sie. Sie umarmten sich erneut. Die Erzieherin fragte, ob sie bereit ist für einen neuen Tag und sich sehr freue sie wiederzusehen. Die Große freute sich natürlich auch und ging auch sofort hinein. Ich blieb an der Schwelle zum Raum stehen, abwartend. Die Erzieherin kam aus ihrer hockenden Position zu mir hoch und fragte mich, ob wir es einfach versuchen möchten und ich mich zurückziehe. Sobald meine Raupe Sehnsucht nach mir bekäme, oder sich unwohl fühlen sollte, rufen sie mich an. Sie würde wieder bis zum Mittagessen bleiben und ich sie anschließend abholen, sofern nichts dazwischen kommt.

Ich verabschiedete mich natürlich und verschwand nicht einfach so. Ich sagte ihr, ich würde sie später wieder abholen. Sie nickte, fragte aber schon, ob ich sie auch wirklich wieder abholen komme. Das versicherte ich ihr natürlich und sie peste schon wieder in die Spielecke. Am Fenster beim Rausgehen stand sie winkend gemeinsam mit der Erzieherin. Und weg war ich. Weg war sie. Ich ging nach Hause, dort passte die Oma auf meine kleine Motte auf. Sie war darauf vorbereitet mindestens 2 Wochen, jeden Vormittag auf die Lütte aufzupassen, während ich in der Kita Eingewöhnung bin. So öffnete mir die Oma die Tür und wir beide lachten uns an. Sie sagte nur: „Das gibts nicht, der Schelm.“ Haha, ja. Genau so. Meine Tochter ist ein kleiner, ganz großer Schelm. Es war abzusehen, dass mich keiner anrufen würde.

Zum Abschluss das schönste Erlebnis

Als ich sie nun nach dem Mittagessen abholte, sah sie mich schon durch das Fenster kommen. Ich glaube jede Mama, die ihr Kind zum ersten Mal in der Kita lässt und wieder abholt, weiß wie schön sich der Moment anfühlt, wenn das eigene Kind dann freudestrahlend auf einen zugerannt kommt und einen innig umarmt. Nicht weil es dich so unendlich vermisst hat und gelitten hat. Einfach weil es einen tollen Tag hatte, sich aber trotzdem unendlich freut dich wiederzusehen. Es war unbeschreiblich schön. Die Erzieherin meinte es lief super. So haben wir es in der ersten Woche beibehalten. Hinbringen und nach dem Mittagessen wieder abholen. In der zweiten Woche sollte sie dann dort schlafen. Auch das klappte sehr gut und ich wurde letztendlich nur einen Tag vor Ort in der Kita Eingewöhnung gebraucht. Das hätte ich niemals im Leben erwartet. Wir sind glücklich.

Fazit: Nun ist es September. Es sind 4 Monate vergangen. Mein Mädchen könnte glücklicher nicht sein. Sie hat viele neue Freunde gefunden, bringt täglich neue Erfahrungen mit nach Hause und wird einfach immer erwachsener. Unser Alltag ist natürlich nun wieder ein ganz anderer. Nun versorge ich Vormittags nur noch die Lütte und da fällt mir mal auf, wie easy das von der Hand geht, wenn dann doch nur eins von zwei Kindern daheim ist. Ich weiß, dass wir sehr viel Glück hatten mit unserer Wahl. Heute einen Kindergarten zu finden, der einem wirklich durch und durch zusagt ist schwer. Es ist eine sehr kleine und sehr familiäre Einrichtung. Die Gruppen sind klein, jeder kennt jeden. Selbst als Elternteil fühle ich mich dort jedes Mal pudelwohl. Kurzum, wir sind einfach happy.

Mit unserer Vorgeschichte eines damals so schüchternen Mädchens, habe ich viel erwartet, aber nicht das. Es war eine tolle Kita Eingewöhnung. Wir bereuen es überhaupt nicht, sie drei Jahre lang zu Hause gehabt zu haben. Für uns war es perfekt und nun der perfekte Zeitpunkt mit dem Kindergarten zu starten. Es war toll sie so lange zu Hause und im familiären Umfeld zu prägen und behütet zu wissen. Nun ist es an der Zeit, dass sie sich in einem neuen Umfeld selbst finden kann und sich anschließend wieder bei uns fallen lässt.

Kleiner Spoiler 😀  ⇒ Mein Dickschädel Mädchen konnte es wohl doch nicht auf sich sitzen lassen, die einzige zu sein, die noch eine Windel trägt. 3 Wochen nachdem sie dort startete, war sie trocken. Tag und Nacht. Von heute auf morgen. Na also, geht doch. Was habe ich mir da auch schon wieder für Gedanken gemacht. Alle um mich herum hatten recht. Sie ist so weit, wenn sie so weit ist. Punkt.

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Für mich ist dieses Thema sehr emotional. Sicherlich, weil sie eben unser erstes Kind ist. Aber auch, weil Kinder uns zeigen wozu sie fähig sind und wie rasant sie sich entwickeln. Die Zeit rast und die nächste Station heißt Schulkind. Ich hielt sie doch eben noch in meinen Armen, mein kleines Baby.

Wie ergeht es euch dabei eure Kinder so selbständig zu sehen? Wie sie die Welt erobern und uns nur noch aus der Ferne winken? Hach ja, loslassen fällt schwer..

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Nach 3 Jahren zu Hause nun Kita Eingewöhnung. Wie lief es für uns?

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2 Gedanken zu „Nach 3 Jahren zu Hause nun Kita Eingewöhnung. Wie lief es für uns?

    1. Ich glaube so lange es sich für alle richtig anfühlt, geht es auch gut. Für uns stand schon vor der Geburt fest, dass unsere Kinder zumindest 2 Jahre in familiärer Obhut sein sollen, besser 3. Zum Glück war uns das möglich und der Zeitpunkt war jetzt der Perfekte. Ich fühlte mich gut damit und die Große war definitiv bereit ganz neue Wege einzuschlagen. Ich halte euch ganz doll die Daumen, wenn es bei euch so weit ist 🙂

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