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Ich habe zwei Kinder. Zwei Mädels um genau zu sein. Eine 3 Jahre und die andere 1 Jahr alt. Die Schwangerschaften lagen nicht allzu weit auseinander. Als meine Erste 14 Monate alt war, wurde ich mit unserer zweiten Tochter schwanger. Wir gingen den Wunsch eines zweiten Kindes ganz entspannt an. Hatten keinen Druck, dass es schnell gehen soll. Nichtsdestotrotz klappte es wieder ein mal sofort und ich wurde prompt schwanger. Das nachdem meine Erstgeborene durch einen sekundären Kaiserschnitt zur Welt kam. Sprich, das war so nicht geplant. Die Zweite kam glücklicherweise komplikationsfrei natürlich zur Welt. Somit kann ich auf beides zurückblicken, den Kaiserschnitt und die natürliche Geburt.

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Was ist besser? Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Sehr reißerisch die Frage. Kann man so natürlich auch nicht beantworten. Ich kann nur berichten, inwieweit sich die Geburten für mich unterschieden haben und was das für mich und uns bedeutet hat. Meine Erste saß von Beginn an wie ein gemütlicher Buddha in meinem Becken. An Schädellage schien sie überhaupt nicht zu denken. Sie versuchte es nicht einmal sich zu drehen, jedenfalls bekam ich es nie mit. Somit war sie stets in Beckenendlage.

Wieso Kaiserschnitt?

Das war für mich kein Grund einen Kaiserschnitt zu planen. Ich wollte es gerne spontan probieren und alles schien perfekt zu laufen. Die Wehen setzten bei 38+3 SSW spontan Morgens ein. Abends kamen sie regelmäßig alle 6 Minuten, woraufhin wir in die Klinik fuhren. Sie waren super zu veratmen, die Schmerzen in Grenzen. Vor Ort war der Muttermund schon 4cm eröffnet. „Klasse!“, dachte ich. Durch Verkettung vieler Umstände sollte sich jedoch alles ändern und es kam letztendlich zu einem Geburtsstillstand.

Wie schade. Bis heute denke ich, es hätte eine Traumgeburt aus Beckenendlage werden können. Noch immer bin ich echt enttäuscht und wehmütig, wenn ich zurückdenke. Aber egal. Hätte, wäre, wenn bringt uns bekanntlich ja nicht weiter im Leben. Meine Erstgeborene wurde nun denn per Kaiserschnitt in dieser Nacht geholt. Mein einziger Trost ist, dass sie selbst entschieden hat sich auf den Weg zu machen und dementsprechend wohl auch so weit war. Das holt mich immer wieder etwas ab.

Natürliche Geburt nach Kaiserschnitt?

Ich wurde wie schon erwähnt 14 Monate nach der Geburt meiner ersten Tochter wieder schwanger. Wir dachten es würde sicher etwas dauern, aber ich wurde spontan im ersten Zyklus schwanger. Meine Gyn gab uns sowieso das Go, die Kaiserschnittnarbe war sehr gut verheilt und sollte keine Probleme für eine weitere Schwangerschaft darstellen. Auch einer natürlichen Geburt stünde nichts im Wege.

So war es dann auch. Witzigerweise lag, oder saß auch hier mein Buddhababy wieder gemütlich in meinem Becken. Auch sie ließ  sich zunächst durch nichts locken. Die Vermutung, dass ich einfach ein sehr gemütliches und gebärfreudiges Becken habe, lag da wohl sehr nahe. Die Kiddos verspürten einfach nicht die Notwendigkeit sich zu drehen. Denn beim Kaiserschnitt konnte man keinen triftigen Grund feststellen, wieso sich Nummer 1 nicht gedreht hat. Die Nabelschnur war lang genug, Fruchtwasser genügend da, etc. Es scheint sich einfach gut bei mir zu sitzen 😉

Meiner Vor- und Nachsorgehebamme sei Dank, gelang es jedoch durch gezielte Akupunktur an den Füßen sie tatsächlich zu locken. Jedenfalls bin ich fest davon überzeugt, nachdem ich erst überhaupt nicht daran glaubte. Die Akupunktur machte sie an einem Morgen und ich konnte die Nacht sehr schlecht schlafen. Am nächsten Tag hatte ich einen Termin beim Gyn und der Ultraschall ergab, dass der Kopf nun nach unten liegt. Wuhuuuu… Sie nutzte die nächtliche Stille, um da so richtig abzuturnen. Einfach genial.

Das war nach der 32 SSW soweit ich mich erinnere. Die Chancen waren also so oder so noch gegeben, dass sie sich drehen könnte, oder auch eben wieder zurück. Das Köpfchen rutschte jedoch gleich bombenfest in mein gemütliches Becken 😉 Die Idee spontan aus Schädellage zu entbinden, empfand ich natürlich schon als entspannter.

Die Wehen setzten hier bei 39+2 SSW ein. Erst sehr sanft mitten in der Nacht. Aber schon sehr regelmäßig. Um 8.00 Uhr Morgens in der Klinik konnte man aber kaum Wehentätigkeit verzeichnen und der Muttermund war gerade mal fingerdurchlässig. Sehr ernüchternd, denn was soll ich sagen? Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon die schlimmsten Schmerzen meines Lebens. Wie unterschiedlich, oder? Bei der ersten frotzelte ich in der Klinik noch mit meinem Mann und merkte kaum etwas und war bei 4cm. Das soll hier jedoch kein detaillierter Geburtsbericht werden, deswegen mal im Schnelldurchlauf. Mein zweites Mädel war kurz nach 16 Uhr auf der Welt. Obwohl ich Morgens noch nach Hause geschickt wurde und ein müdes Lächeln bekam, dass wir uns heute noch wiedersehen würden.

 

Kaiserschnitt und natürliche Geburt im Vergleich – 3 Fakten

 

Was sind die gravierendsten Unterschiede? Was war besser? Was war schlechter und wieso? Das werde ich auf jeden Fall immer wieder gefragt. Was ich am Ende denn angenehmer empfand, wenn man von angenehm bei einer Geburt sprechen kann 😉

Ich kann aus eigenen Erfahrungen Vergleiche anstellen, die natürlich für jede Mama da draußen ganz anders wahrgenommen werden. Hier sind jedoch meine persönlichen 3 Fakten im Vergleich in Bezug auf einen Kaiserschnitt und eine natürliche Geburt


 1. Schmerzen unter der Geburt und direkt danach

 

Krankenhaus-geburt-schwangerschaft-kaiserschnitt

Kaiserschnitt: Wie schon erwähnt hatte ich bereits natürliche Wehentätigkeit, als die Entscheidung fiel einen Kaiserschnitt machen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Wehen, die dann nur noch sehr unregelmäßig kamen jedoch schon sehr schmerzhaft. Ich bekam eine rückenmarksnahe Anästhesie, damit ich die Geburt bei vollem Bewusstsein miterleben konnte. Den Schmerz der Nadel, um die Anästhesie zu setzen, den so viele fürchten und als grausam beschreiben, kann ich nicht bestätigen. Der Wehenschmerz lenkte mich so sehr ab, dass ich es überhaupt nicht spürte. Nach einigen Minuten überkam mich ein heißes Kribbeln, welches extrem angenehm war. Alles wurde wohlig warm, der Wehenschmerz stoppte mit sofortiger Wirkung. Nach wenigen Minuten konnte ich meine Beine weder spüren, noch bewegen.

Unter der der eigentlichen OP habe ich keine Schmerzen verspürt. Jedoch war ich auf das Hin- und Herruckeln überhaupt nicht vorbereitet. Es war ein sehr unangenehmes Gefühl. Ich dachte teilweise ich müsse mich mit meinen Händen festkrallen, um nicht vom Tisch zu fallen. Sicherlich habe ich es schlimmer empfunden, als es wirklich war. Denn nach etwas mehr als 2 Minuten war sie dann schon da. Meine Tochter.

Während sie versorgt wurde, wurde ich wieder zugenäht und anschließend in den Aufwachraum verlegt, wo ich noch 2 Stunden bleiben musste. Dort wurde gecheckt, ob mein Kreislauf stabil bleibt, meine Beine wieder an Gefühl gewinnen und wie meine Schmerzen sind. Die ganze Zeit durfte ich mein Baby dabei auf mir liegen haben, sie anlegen und einfach nur anstarren, falls sich einer wundert, wo sie die ganze Zeit war. Die Schmerzen spürte ich auch nach 2 Stunden überhaupt nicht, ich war in einem absoluten Rausch. Wie in einem Tunnel und konnte schwer realisieren, was da eigentlich gerade gelaufen ist.

Zurück auf dem Zimmer spürte ich dann deutlicher die Nachwehen. Es war ein unangenehmes Ziehen. Natürlich zwickte und ziepte auch die frische OP-Wunde, wenn ich mich zu meiner Tochter beugte, oder ich mich irgendwie anders hinlegen wollte. Aufstehen durfte ich nur in Begleitung. Man bot mir Paracetamol-Zäpfchen an. Diese brauchte ich aber nicht. Ich empfand den Schmerz zum aushalten. Generell brauchte ich fortan keine Schmerzmittel mehr. Mir ging es sehr gut und ich wollte nach wenigen Stunden aufstehen, um das erste Mal auf Toilette zu gehen. Mit Hilfe ging das schon wunderbar. Natürlich spürte ich die Wunde bei jeder Bewegung, aber nach 3 Tagen hielt ich es im Krankenhaus nicht mehr aus und ließ mich auf eigene Entscheidung hin entlassen.

Die Kaiserschnittnarbe hat mich in meinem Alltag nicht eingeschränkt. Stets spürbar, aber nicht arg schmerzhaft. Nach 14 Tagen war für mich das Gröbste durch. Danach machte ich alles wieder wie gehabt. Bis heute macht mir meine Narben keine Probleme und ich bin super dankbar, dass es mir so gut erging damit.

 

Natürliche Geburt: Die Wehen setzten wie bei der vorangegangen Kaiserschnittgeburt auch erst sehr sanft ein. Sie wurden jedoch ziemlich schnell sehr intensiv und sehr schmerzhaft. Die Regelmäßigkeit war auch viel schneller da, als bei der ersten Geburt. Nach 6 Stunden hatte ich alle 10 Minuten sehr schmerzhafte Wehen. Da krampfte ich teilweise schon stark zusammen und konnte sie überhaupt nicht veratmen. Leider konnte man am CTG nichts davon sehen, als ich in der Klinik ankam und auch der Muttermund war nur fingerdurchlässig. Mit der Erfahrung der ersten Geburt, war das natürlich sehr ernüchternd. Da war ich lachend in die Klinik gefahren und erfuhr schon bei 4cm gewesen zu sein.

Jede Geburt ist eben anders. Aber das sich noch so gar nichts getan hat, hat mich echt umgehauen. Die Hebammen waren sogar davon überzeugt, dass sie mich heute nicht mehr wiedersehen würden und schickten mich nach Hause. Da hatte ich jedoch schon das Gefühl, dass mein Kind gleich zur Welt käme. Wenn eine Wehe kam, musste ich mich dramatisch irgendwo festklammern und konnte den Schmerz kaum aushalten. Ich glaube da belächelten mich die Hebammen etwas.

Zu Hause ging ich in die Wanne und die Wehen überkamen mich wie in einem Sturm. Ich dachte ich würde hier und gleich mein Baby bekommen. Total heftig. Alle 2 Minuten kam eine Wehe und ich wollte nur heulen, weil es wirklich schlimm war. Ich fand einfach keine Position, keine Atemtechnik, nichts, was mir Linderung verschaffte. Ich schrie meinen Mann an sofort zurück in die Klinik zu fahren. Es sind maximal 1,5 Stunden vergangen. Die Ärztin, die mich im Kreisssaal empfing, blickte mich eher ungläubig an. Das Schlimmste kam dann erst. Sie untersuchten mich erneut und mein Muttermund war noch immer nur fingerdurchlässig. Mittlerweile überkam mich jede Wehe wie ein Schlag, ich zitterte am ganzen Körper und verkrampfte total. Natürlich bewirkte das nur, dass sich eben nichts tut.

Es war ein Teufelskreis. Mir wurde geraten noch mindestens 2 Stunden spazieren zu gehen und ich verteilte Todesblicke. Wie soll ich denn überhaupt von der Liege wegkommen? Es hat wohl keiner vermutet, dass mein Baby in der nächsten Stunde zur Welt kommt. Ich hievte mich noch mit meinem Mann nach draußen, nur um sofort wieder den Fahrstuhl für den Kreisssaal anzufordern. Der dachte mittlerweile auch ich sei verrückt. Alle sagen es wäre noch lange nicht so weit und ich war reif für die Schlachtbank. Irgendwas sagte mir jedoch genau da, dass ich sofort zurück muss. Das ich es keine weitere Sekunde mehr aushalte.

Oben angekommen, wohlgemerkt 15 Minuten später, schaute man mich nur noch ungläubig an. Sie dachten spätestens da, ich sei aus Zucker und wohl eher von der Sorte arme Irre. Ich ging bei der nächsten Wehe dramatisch auf die Knie und krallte mich an der Raufasertapete fest. Es tat so weh und ich wurde kreidebleich. Eine Hebamme, die gerade neu in den Dienst kam, nahm sich mir an und versprach mir mich nochmals zu untersuchen. Ich kam kaum mehr auf die Liege und weiß nur noch, dass ich immer und immer wieder sagte ich schaffe das alles nicht mehr. Und dann der Knaller.. Die Hebamme untersuchte mich und ihre Augen wurden tellergroß. Mein Muttermund hatte sich in den vergangenen knapp 20 Minuten voll eröffnet und sie spürte, wie sich das Köpfchen schon in den Geburtskanal einschraubte.

Sie meinte nur, dass es jetzt losgeht und es für etwaige Schmerzmedikation zu spät sei. Ehm ja… alles klar. Ich war da irgendwie einfach nur froh, dass mein Körper mich nicht betrogen hat. Meine Schmerzen nicht unbegründet waren. Nach weiteren 15 Minuten war mein Baby dann schon da. Es ging ziemlich zügig mit Presswehen los und was soll ich sagen? Nach jeder Wehe sagte ich, dass ich sterben würde und das nicht überlebe. Japp, gar nicht dramatisch. Ich weiß. Aber genau das ist es, was ich dachte. Das ich sterben würde, das mein Körper nicht eine weitere Wehe überlebt. Und dann war sie da. Es stimmt was man sagt, die Schmerzen sind von da an sofort vorbei. Natürlich auch weil man in so einem Adrenalinrausch steckt. Aber mir ging es einfach nur großartig.

Da die eigentliche Geburt sehr heftig aber auch sehr kurz ausfiel, hatte ich danach unendlich Energie. Ich hätte Bäume ausreißen können. Innerhalb von Minuten stand ich auf, nahm meine Hebamme in den Arm und ging sofort aufs Klo pinkeln. Das unwirklichste Gefühl überhaupt im Anschluss an eine Geburt. Haha 😀

 

2. Geburtsverletzungen

 

Kaiserschnitt: Natürlich die OP-Wunde. Das Eröffnen des Bauchraumes, um einen kleinen Menschen durch eine möglichst kleine Öffnung zu holen, hinterlässt seine Spuren. In meinem Fall wurde die Misgav-Ladach-Technik angewendet. Dies ist eine schonendere Technik, bei der nach dem querverlaufenden Bauchschnitt die restlichen Bauchschichten möglichst stumpf durch Dehnen und Reißen eröffnet werden. Die Wunde soll so deutlich besser und natürlicher verheilen. Es gibt weniger Komplikationen im Heilungsverfahren. Kein Wunder, wieso ich fast von Tisch gefallen bin… Die Narbe ist bei mir sehr gut verheilt und bereitet mir bis heute keine Probleme.

Natürliche Geburt: Ja, auch hier bleibt man nicht unweigerlich vor Geburtstverletzungen verschont. Ich Glückspilz jedoch schon. Viele Frauen reißen unter der Geburt natürlich ein, oder es muss sogar ein Dammschnitt gemacht werden, damit das Köpfchen besser/zügiger geboren werden kann. Ich blieb jedoch von all dem verschont. Amen 🙂

 

3. Gefühlswelt/Emotionen

 

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Kaiserschnitt: Ich muss sagen, ich habe mich damit sehr schwer getan und bis heute verbinde ich eher negative Gefühle mit der Kaiserschnittgeburt. Natürlich, weil ich es für mich selbst ganz anders geplant hatte. Eine wunderschöne und ideale Geburt vor Augen hatte und all das wie eine Seifenblase zerplatzte. Ich zweifelte an mir selbst als Frau und Mutter, es nicht geschafft zu haben. Zu schnell zugestimmt zu haben und so weiter. Das Geburtserlebnis ist natürlich ein vollkommen anderes, als wenn du dein Baby aus eigener Kraft da aus dir rauspresst. Das soll die Anstrengungen eines Kaiserschnittes hier gar nicht mindern. Es ist rein mein persönliches Empfinden.

Natürlich lief alles sehr organisiert, sehr steril und unterkühlt ab. Es ist immerhin eine doch relativ risikobehaftete Bauchoperation, da ist kein Platz um die werdende Mutter zu pampern oder stets ihr Händchen zu halten. Alles muss zügig und professionell von der Bühne gehen. Es ist eine choreografierte Geburt. So fühlte es sich an. Der Moment, in dem wir unsere Tochter das erste Mal schreien hörten, war trotzdem wunderschön. Jedoch absolut unwirklich. Vom Ansetzen des Skalpells bis zum Schrei des Babys vergingen nicht ein mal 5 Minuten.

Und ja, das Bonding fiel mir und meiner Tochter schwer. Im Aufwachraum fragte ich mich immer wieder, ob das jetzt wirklich meine Tochter sei. Oder ob sie eventuell doch vertauscht wurde. Überhaupt konnte ich durch dieses auf die ‚Welt Holen‘ nicht wirklich begreifen, dass ich Mutter geworden bin. Ich fühlte mich so unbeteiligt an dem Prozess. Die darauffolgenden Tage waren schwer. Schließlich war das auch noch mein erstes Kind. Natürlich begegnete ich ihr mit viel Liebe, war auch unendlich verliebt. Aber gleichzeitig fehlte mir etwas. Ich kann es bis heute nicht genau auf den Punkt bringen. In mir war ein Loch, das keiner schließen konnte. Es wurde von Woche zu Woche besser. Ich bin dankbar für die unglaubliche Fürsoge auf der familiären Wöchnerinnenstation. Die nicht selbstverständlich ist, wie ich immer wieder von anderen hören muss. Sie erkannten, dass ich davor stehe eine postnatale Depression zu entwickeln und gaben mir jede Hilfe mit auf den Weg.

Denn es war ein steiniger Weg. Ein Gefühlschaos. Erst nach einigen Wochen konnte ich das Erlebte immer besser verstehen und verarbeiten. Mir selber verzeihen, auch wenn es nichts zu verzeihen gab. Manche verstehen vielleicht, was ich meine. Auf emotionaler Basis war der Kaiserschnitt für mich definitiv eine Achterbahn, die ich so nicht noch einmal erfahren möchte und niemandem wünsche.

Natürliche Geburt: Ihr habt ja schon eine gewisse Vorstellung, wie meine zweite Geburt ungefähr ablief. Ich fühlte mich zunächst nicht ernst genommen. Meine Schmerzen übermannten mich und die Befunde sprachen gegen mich. Natürlich vertrauten alle eher auf die offensichtlichen Befunde. Das CTG, welches nicht wirklich ausschlägt. Der Muttermund, der sich nicht öffnete. Ich war sauer und extrem verunsichert. Ich dachte ich spinne und bin eine absolute Mimose. Außerdem fürchtete ich mich entsetzlich, da ich mich fragte, wie schlimm es dann noch werden würde, wenn die eigentliche Geburt losgehen würde.

Es sei gesagt, dass die Schmerzen NICHT schlimmer wurden. Die Schmerzen unter den Presswehen waren für mich die selben wie die Eröffnungswehen. Da die tatsächliche Eröffnung dann in weniger als 20 Minuten stattfand und die Presswehen auch keine weiteren 20 Minuten gedauert haben, bekam ich anschließend mehr Verständnis der Hebammen und auch der diensthabenden Ärzte entgegen gebracht. Sie rechneten nicht mit diesem Verlauf. Ja, natürlich weiß keiner wie die Geburt einer jeden Frau verläuft, aber mein Körper hat mich nicht getäuscht. Die Versorgung und Betreuung war ohne Frage optimal, aber ich bin trotzdem traurig und ein wenig sauer, dass ich eher belächelt wurde, als ich vor Schmerzen an der Tapete des Kreisssaalflures rief, dass ich sterben würde.

Ich meinte es vollkommen ernst. Sehr wahrscheinlich hörten die das dort nicht zum ersten Mal. Aber sich im Anschluss fast bei mir zu entschuldigen, weil keiner geglaubt hätte, dass meine Schmerzen doch ein akutes Anzeichen auf eine bevorstehende Geburt waren, fand ich mies. Ich schluckte es jedoch runter und war einfach nur froh, dass ich es überlebt hatte 😉 Was heißt froh? Ich habe geheult vor Freude. Und vor Stolz. Mit eigener Kraft habe ich es geschafft. Für mich ein Stück Selbstheilung nach der Kaiserschnitterfahrung. Es ist absolut anders, wenn du dein Baby auf diese Welt presst und es im Anschluss sofort in die Arme schließen kannst. Siehst, wie es abgenabelt wird und die ersten kräftigen Atemzüge nimmt. Einfach magisch. Es war perfekt und harmonisch. Der Raum wurde abgedunkelt und mein Mann und ich durften erst mal zwei Stunden mit ihr einfach nur kuscheln.

Natürlich bevorzuge ich dieses Szenario jedes mal wieder. Denn die Natur hat es so schön eingerichtet, dass ich die Schmerzen heute nicht mehr wirklich nachempfinden kann. Ich kann es mir nicht mehr wirklich vorstellen. Mein Kopf sagt zwar, dass es grausig war, mein Herz hüpft jedoch bei den Bildern, die auf die Geburt hin folgten.

 

Was war nun besser?

Der O-Ton meines Berichtes macht es natürlich deutlich. Ich würde immer wieder durch die Schmerzhölle einer natürlichen Geburt gehen, um dieses Wunder wieder und wieder zu erleben. Es ist einfach ein Phänomen, wie man in den meisten Fällen spontan entbindet und die Klinik nach ein paar Stunden einfach wieder verlassen kann. So als wäre nichts passiert. Und auf einmal ist man Familie. Hach… Denn natürlich ist auch die Erfahrung mit dem Partner eine ganz andere bei einer Spontangeburt. Man hat ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl. Als Team haben wir es zusammen gemeistert. Man schaut sich anschließend in die Augen und weiß, DAS haben wir zusammen geschafft. Zusammen geschaffen!

Und das ist es auch für mich, was einer der größten Negativaspekte der Kaiserschnittgeburt neben der emotionalen Achterbahnfahrt ist. Das man in seinen anschließenden Entscheidungen eingeschränkt ist. Meist erst mal mehrere Tage auf Station verbringen muss, obwohl man nur nach Hause möchte. Das man durch den Wundschmerz auf deutlich mehr Hilfe angewiesen ist, auch wenn dies bei mir nicht wirklich der Fall war.

Ich möchte betonen, dass es einfach großartig ist, die Alternative Kaiserschnitt heute in diesem Umfang zu haben. Unvorstellbar, wenn es sie nicht gäbe und wieviele Leben sonst eventuell nicht das Licht der Welt erblicken würden. Oder wieviele lebensbedrohlichen Zustände der Mütter damit minimiert werden können.

Nichtsdestotrotz käme für mich nie in Frage einen Kaiserschnitt vorab bewusst zu planen. Für mich spielt es eine riesengroße Rolle, dass das Baby sich selbst auf den Weg macht und somit bereit ist auf diese Welt zu kommen. Ich wünsche es jedem und hoffe, dass alle werdenden Mamis da draußen genau das erleben können.

 

Wie lief es bei euch? Wie verliefen eure Geburten? Seid ihr eventuell froh gewesen einen Kaiserschnitt gehabt zu haben, oder steht eine Spontangeburt bei euch auch an erster Stelle? Da bin ich gespannt. Hinterlasst mir gerne hier einen Kommentar.

 

 

 

Eure Christina

 

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Kaiserschnitt und natürliche Geburt – Meine Erfahrungen

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2 Gedanken zu „Kaiserschnitt und natürliche Geburt – Meine Erfahrungen

  1. Liebe Christina,
    Hier zeigt sich mal wieder wie unterschiedlich dieses Erlebnis von jeder Frau und jeder Familie aufgenommen wird.
    Ohne einen ausführlichen Bericht abzuliefern…ich würde bei einem zweiten Kind einen Kaiserschnitt planen.

    Nach knapp 20 Stunden Wehen wurde mir mein Kind mit Saugglocke praktisch aus dem Körper gezerrt. Eine Hebamme lag auf meinem Bauch und presste von oben nach. Die 6 cm lange Narbe entzündet sich nach 1.5 Jahren immer noch ständig und mein zerrissener Beckenboden macht weiterhin täglich Schmerzen. Mein Sohn hat durch diesen Vorgang fast 9 Monate täglich Schmerzen erleiden müssen…

    Es gibt sicher schlimmeres, aber für mich steht fest – nicht noch einmal.

  2. Wow Steffi…
    Ja, alle Geburten laufen extrem unterschiedlich ab. Was du beschreibst würde mich wohl so traumatisiert haben, das die Vorstellung an überhaupt noch eine Geburt in weite Ferne rücken würde.

    Aber glücklicherweise gibt es sie, die Geburten, die auch ganz toll ablaufen.

    Wie schade, dass dich und dein Kind die Geburt so lange beschäftigt hat und es immer noch tut.

    Menno… sei gedrückt ihr Lieben!

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