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Ich habe zwei Töchter und ich habe Angst um meine Kinder. Auch wenn ich es nach außen hin nicht zeige und es vor allem versuche meine Kinder nicht spüren zu lassen. Angst, dass ihnen etwas zustoßen könnte, ist mein ständiger Begleiter.

Woher kommt diese Angst?

Und vor allem bin ich die einzige, die stets befürchtet, dass eine unheilbare Krankheit kurz bevorsteht, oder sie einen schrecklichen Unfall haben könnten, wenn ich doch mal nicht dabei bin? Über die Zukunft mag ich gar nicht reden, oder doch? Wer meinen Blog vielleicht schon etwas länger liest, weiß, dass ich ein lebensbejahender Mensch bin. Ich bin aber auch zugegebenermaßen ein pessimistischer Optimist. Will heißen, ich hinterfrage zunächst alles. Was ja nicht unbedingt schlecht ist, aber ich sehe häufig erst mal viel Schlechtes, um mir dann bewusst zu machen, dass alles eine Chance verdient und in etwas Positives umgewandelt werden kann. Wenn man denn nur will!

Schon bevor ich Kinder hatte, beschäftigten mich häufig viele Ängste, die andere wohl nicht so sehr sorgten. Viele aus meinem persönlichen Umfeld würden mich aber auch gerne schütteln, weil sie wissen, dass ich mir immer zu viele Sorgen um alles mache. Gerne mache ich Probleme anderer zu meinen Problemen. Hui Leute, das ist anstrengend. Aber ich arbeite daran.

Als nun aber meine erste Tochter zur Welt kam und unser Leben buchstäblich auf den Kopf stellte, änderte sich mein ganzes Leben. Ich hinterfragte fortan nicht nur alltägliche Dinge, sondern den gesamten fucking Sinn des Lebens. Da meine Große ein unkontrollierbares Schreibaby war und zusätzlich von Säuglingsepilepsien und mehreren Krankenhausaufenthalten im ersten Lebensjahr geplagt war, fing ich an mich zu belesen. Ich fing an mich über frühkindliche Psyche zu informieren, tauschte mich viel mit den Ärzten und vor allem den behandelnden Therapeuten wie unserer Osteopathin aus.

In wenigen Monaten lernte ich so unglaublich viel über Babys und Kleinkinder – es machte mir buchstäblich Angst

Denn ich informierte, lernte und las ja nicht nur aus Interesse, sondern auch aus der Not heraus. Ich machte mir solche Sorgen um unser Mädchen. Wieso sie so ist, wie sie ist. Wie es sein kann, dass es heute keine Seltenheit mehr ist, dass unsere Kinder so überreizt und teilweise auch überfordert sind. Wieso es einigen Kindern nicht so viel ausmacht und andere wiederum Informationen unkontrolliert aufnehmen wie Schwämme, bis das unreife Hirn kapituliert.

Ich verstand immer mehr, was die Welt und ihre Einflüsse für unsere Kinder bedeuten und bin seitdem stets am Weiterlernen. Meine Kinder sind meine Lehrer. Und wisst ihr, was sie mich am meisten lehren? Das meine Sorgen eigentlich unbegründet sind. Denn ich kann ein Meister und Profi in jeglicher Hinsicht sein, die Dinge kommen sowieso, wie sie kommen. Die Unbedarftheit, wie sie ihr Leben leben ist sehr inspirierend und ich versuche es für sie weiterhin aufrecht zu erhalten. Nicht nur das, ich versuche es für mich ein Stück weit neu zu lernen oder auch zurückzugewinnen. Außerdem bringen sie mir bei, immer öfter durchzuatmen und festzustellen – Es ist alles in Ordnung. Und wenn nicht, dann werden wir auch einen Weg finden.

Nichtsdestotrotz schlummern meine Sorgen immer kurz unter der Oberfläche und manchmal kriechen sie nach oben und zeigen ihr hässliches Gesicht. Dann habe ich wieder Angst. Angst, dass ich sie nicht vor einer Krankheit beschützen kann und Angst davor, dass sie größer werden und in dieser zur Zeit doch sehr instabilen, weltlichen Situation ihren eigenen Weg gehen müssen. Gehen dürfen.

Terror, Naturkatastrophen, Krankheiten und schreckliche Menschen gab es schon immer

Unsere Welt war noch nie perfekt. Die Häufung der zur Zeit schrecklichen Dinge, macht es für uns aber manchmal besonders schwierig noch einen klaren Gedanken fassen zu können. Wir urteilen vielleicht schneller, als wir es sonst tun würden. Schon immer bekamen Menschen im Krieg und unvorstellbaren Lebenssituationen Kinder und das ist auch gut so. Die Aussage oder das Hinterfragen, ob man heute denn überhaupt noch Kinder in die Welt setzen sollte, kann ich nicht unterstützen. Da bin ich sogar richtig trotzig. Kinder kriegen? JETZT ERST RECHT!

Die, die wir uns Sorgen und unsere Kinder mit viel Liebe und Zuneigung auf ihre Wege schicken, sollten nicht daran zweifeln, ob es Sinn macht oder ein lebenswerter Ort ist. Unsere Kinder können die Welt zu einem besseren Ort machen. Ja, da bin ich wieder. Die passionierte Lebensbejaherin. Diejenige, die fest davon überzeugt ist, dass ein einziger Mensch zu so viel Großem beitragen kann. Wenn nur einige wenige für positive Veränderung in diesen tristen Zeiten kämpfen, werden sie andere mitreißen. Es wird übergreifen und zusammen können sie stark sein. Das gilt übrigens nicht nur für unsere Kinder.

Jeder Funken Freundlichkeit und Umsichtigkeit im täglichen Leben macht den kleinen, feinen Unterschied und diesen Ort zu einer besseren Welt.

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Ist die Angst um meine Kinder nun berechtigt?

Nun ja. Diese Frage kann ich weder klar mit Nein, noch mit Ja beantworten. Natürlich besteht die reelle Möglichkeit, dass unsere Kinder schwer erkranken, oder ihnen etwas anderes Fürchterliches passieren könnte. Andererseits ist das ja mit uns selbst und anderen Dingen genauso. Ja, dann dürften wir das Haus wohl nicht mehr verlassen und müssen auf den Tag X warten. Und genauso ist es ja auch. Wir sitzen da, grübeln was passieren könnte und antizipieren ja eigentlich schon, dass sich all unsere negativen Befürchtungen bestätigen.

Was passiert? Wir verlieren den Blick für das Wesentliche. Wir verlieren die schönen Dinge aus den Augen. Nicht nur das, wir sorgen uns so sehr um was sein könnte, dass wir das Hier und Jetzt nicht mehr genießen können und nehmen uns wortwörtlich das Leben. Eigentlich leben wir damit unseren selbsterschaffenen Alptraum. Und am am aller Schlimmsten, wir verpassen all die guten und wunderbaren Momente mit unseren Kindern, während wir gefangen sind in unseren allgegenwärtigen Sorgen.

Mit der Sorge der Mütter lässt sichs aber auch gut verdienen, seien wir mal ehrlich

Das Leben als Mutter ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Je mehr ich mich damit beschäftige, woher meine Ängste kommen und auch die vieler anderer Mütter, so macht es mich ziemlich traurig. Denn viele Ängste hatte ich vorher nicht. Sie wurden durch meine Umgebung ‚gepflanzt‘ und fortan weiter genährt. Bereits beim Feststellen der Schwangerschaft wurde eine Angstspirale ausgelöst, die sich immer weiter fortsetzte. Heute wird man ab der ersten Sekunde über alle Risiken aufgeklärt, was alles passieren könnte und was man nicht darf. Das Versorgungsnetz Schwangerer ist in Deutschland so hoch, wie kaum in einem anderen Land.

Fast nirgends gibt es so viele Vorsorgetermine, Diagnostikangebote, Risikosprechstunden usw. Als Mutter und auch Schwangere weißt du sicherlich was ich meine. Anstatt sich auf das Baby unendlich zu freuen, sorge ich mich nun von Termin zu Termin, ob auch wirklich alles in Ordnung ist und bekomme die Angst nicht aus dem Kopf, dass mit meinem Baby irgendwas nicht stimmen könnte. Schnell wird man als Risikoschwangere eingestuft, muss (darf) noch häufiger zu Kontrollterminen. Wobei einem immer gesagt wird: „Cool bleiben Frau sowieso, das ist alles halb so wild, ABER…“

Natürlich bin ich froh, dass wir hier in Deutschland so wohl umsorgt sind. Aber meiner ganz persönlichen Meinung nach, werden die Sorgen hier nicht nur aus Gutmütigkeit geschürt. Die Wirtschaft kann dieses Thema herrlich ausschlachten. Meine Mutter schüttelt heute noch den Kopf, wenn sie hört, was da heute alles so gemacht wird. Ja, wir entwicklen uns weiter und viele großartige Dinge können Mutter und Kind heute vor viel Unglück bewahren.

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Weniger Sorgen, mehr Vertrauen

Ich wünsche mir für uns alle jedoch, dass wir uns zusätzlich wieder mehr selbst zutrauen. Vertrauen haben, dass die Dinge ihren Lauf nehmen und gut sind, wie sie sind. Das wir die Zeit und unsere Kinder genießen und nicht irgendwann von Sorgen zerfressen dastehen und alles verpasst haben, während wir uns nur noch mit den Risiken und Katastrophen beschäftigen, die eventuell mit einer Wahrscheinlichkeit von so und so viel Prozent eintreten könnten.

Ich bin immer wieder erleichtert, wenn ich höre, dass es anderen Müttern auch so geht. Was macht euch denn so Sorgen, oder bereitet euch täglich Bauchschmerzen? Versucht ihr euch auch immer vor Augen zu halten, dass es manche Sorgen einfach nicht wert sind, deshalb das ganze offensichtliche Glück zu verpassen?

Lasst uns gemeinsam daran arbeiten. Das Leben ist zu schön und vor allem zu kurz!

 

Eure Christina

 

 

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Angst um meine Kinder – Ein neuer Trend in diesen Zeiten?

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2 Gedanken zu „Angst um meine Kinder – Ein neuer Trend in diesen Zeiten?

  1. Hey Süße, wie Recht du hast!!
    Ständig sorgt man sich um die Mäuse und mit Feststellung der Schwangerschaft fing alles an! Schlimm! Meine Mama meinte dazu mal, dass die Muttis von heute alle verlernt haben auf ihren eigenen Instinkt zu hören. Daran sollte man echt arbeiten.. am Bauchgefühl! dann lebt es sich bestimmt auch wieder etwas unbeschwerter…
    Ich drück dich ***

    1. Ach ja Melli… Man wird so mitgerissen auf der Welle der Sorgen. Schade, dass man oftmals viel zu spät erkennt, wieviel wertvolle Energie und Zeit uns das manchmal raubt. Es kann nur besser werden 😉

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