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3 Jahre - Worte an meine Tochter

Drei Jahre – Worte an meine Tochter und Erstgeborene

 

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Heute vor drei Jahren, 20 Minuten nach Mitternacht hast du mich zu einem anderen Menschen gemacht. Du wurdest auf die Welt geholt, obwohl ich es auf natürlichem Wege schaffen wollte. Alles kam etwas anders als gedacht. Aber was soll ich sagen? Das sollte nur ein Vorgeschmack auf das sein, was wir alles mit dir erleben durften . Story of your life – denn seitdem du da bist, mein Mädchen, kommt immer alles anders als gedacht.

1096 Tage sind seit deiner Geburt vergangen. 1096 Tage in denen wir nur ein Mal länger als eine Nacht getrennt waren. 1096 Tage in denen du noch nicht ein einziges Mal durchgeschlafen hast. Unendlich viele Tage voller Freude und Liebe. Aber auch völliger Verzweiflung.

Du hast mich zur Mutter gemacht, du bist meine Erstgeborene.

Was hatte ich mir vorab alles ausgemalt gehabt. Die Gedanken darüber, wie die Geburt wohl abläuft, wie es sein wird, wenn du dann endlich da bist und wie wir das alles so meistern würden.

Du hast mich gelehrt ein Schritt nach dem Anderen zu gehen. Das erste Lebensjahr war alles, aber nichts, was ich jemals erwartet hätte. Die ersten 6 Monate hast du dir täglich die Seele aus dem Leib geschrien. Ich war überfordert, jede Sekunde extrem besorgt und am Ende meiner Kräfte. Überall waren wir, niemand konnte so richtig helfen. Keiner so wirklich sagen woran es liegt. Eine Osteopathin mit goldenen Händen gab uns wieder Mut und Kraft. Kraft es durchzustehen, dir zu helfen und auch mir selbst zu helfen. Denn erst wenn ich selbst meine innere Mitte gefunden hatte, konnte ich mich auf deine außergewöhnlichen Bedürfnisse einlassen. Ich, die Ungeduld in Person. Ich musste lernen stehen zu bleiben, dich genau zu beobachten, dich zu lesen und mich anzupassen. Wir wurden darin immer besser.

Unbewusst hast du mir einen neuen Weg zu mir selbst gezeigt

Die Wochen und Monate gingen ins Land. Das Schreien gehörte irgendwann der Vergangenheit an. Nach einigen weiteren kleinen und großen Sorgen konnten wir nun aber den Alltag genießen. Von da an ging es rasend schnell. Dein Steckenpferd ist die Sprache. Schnell konntest du mit uns kommunizieren, quatschst mir mit deinen nun drei Jahren täglich ein Ohr ab. Auch diskutierst du mit mir schon wie eine Große und gestikulierst dabei theatralisch wie eine Alte.

Bezeichnend für dich ist deine Sensibilität. Du hörst oft ganz genau hin, auch dann, wenn man denkt du hörst gar nicht erst zu. Du nimmst die Stimmungen in einem Raum wahr und scheinst Menschen, die du noch gar nicht kennst vorher oft lesen zu müssen. Noch nie warst du ein Kind, das einfach freudestrahlend auf jemanden zurennt. Viele nennen dich skeptisch. Ich bin einfach nur fasziniert. Denn oft kommst du anschließend zu mir und redest mit mir darüber, wieso die Frau oder der Mann vorhin so traurig oder wütend war. Obwohl du es nicht wissen konntest, da es nicht offensichtlich war. Denkt man. Du bist sehr feinfühlig und saugst Dinge auf, wie ein Schwamm. Deine größte Stärke und gleichzeitig deine größte Schwäche. Denn was da alles so auf dich hereinprasselt, sucht sich häufig einen hässlichen Weg nach außen. Hysterische und spektakuläre Wutanfälle sind bei dir keine Seltenheit. Oft summieren sich an solchen Tagen viele Vorkommnisse und das ist dein Ventil. Einerseits gesund, andererseits sehr nervenaufreibend.

Manchmal möchte ich die Zeit anhalten, weil nun alles so schnell geht. Du hast deine ganz klare, eigene Meinung und viele Wünsche. Du weisst, was du möchtest und bist äußerst durchsetzungsfähig. Deutlich zeigst du mir, dass du mich und uns nun nicht mehr ständig brauchst. Schließlich bist du jetzt ein großes Kind, das ist es, was du nun immer sagst. Ja, mein großes Kind. Wo soll das alles noch hinführen? Ich habe Vertrauen, dass du deinen Weg gehen wirst.

Nie im Leben hätte ich gedacht, das du mir mit drei Jahren schon das Gefühl gibst dein eigenes Leben zu führen. Hört sich komisch an. Aber ich bin deine Mama und werde es immer sein. Wenn du mich brauchst, werde ich da sein und wenn du mich nicht brauchst –  dann auch.

Heute ist dein Geburtstag. Heute wollen wir das Leben feiern – dein Leben!

 

In Liebe

Mama

 

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